Revolution aus Kroatien: Wie Daytona das digitale Fundament für eine Zukunft baut, in der KI-Agenten die Welt steuern
Durch die Sicherung einer Investition von 24 Millionen Dollar hat Daytona nicht nur Wachstumskapital erhalten, sondern auch die Bestätigung gewonnen, dass ihre Vision von ‚Millionen von Computern für Agenten‘ eine entscheidende Komponente für die nächste Phase des Internets ist
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Daytona - Series A Wagniskapital
In der Geschichte der technologischen Entwicklung gibt es Momente, die einen Paradigmenwechsel markieren. Der Übergang von Mainframe-Computern zu Personal Computern (PC) veränderte unsere Arbeitsweise; das Aufkommen der Cloud veränderte die Art und Weise, wie wir Daten speichern. Heute, im Jahr 2026, erleben wir die dritte große Welle: den Übergang von einer für Menschen geschaffenen Infrastruktur zu einer Infrastruktur, die ausschließlich für KI-Agenten gebaut ist. An der Spitze dieser Revolution steht das kroatische Startup Daytona.
Das Ende der Mac-Mini-Ära: Warum KI eine neue Art von Hardware braucht
In den letzten Monaten beobachtet die Tech-Community ein interessantes Phänomen. Enthusiasten und Early Adopter von KI-Technologien kaufen massenhaft Mac Minis oder ähnliche Kompaktcomputer, um Systeme wie OpenClaw lokal darauf zu betreiben. Der Grund ist einfach: KI-Agenten – autonome Software-Einheiten, die Code schreiben, das Internet durchforschen und Aufgaben ohne menschliche Aufsicht ausführen können – brauchen einen „Ort“, an dem sie arbeiten können.
Doch wie Daytona-Mitbegründer Ivan Burazin betont, ist das, was für Bastler funktioniert, für die globale Industrie unbrauchbar.
„Auf der Ebene eines einzelnen Enthusiasten macht ein Mac Mini Sinn. Das ist dasselbe, wie wenn früher jemand seinen eigenen Server im Keller hatte“, erklärt Burazin. „Doch in dem Moment, in dem Unternehmen wie OpenAI, Figma oder Datadog Tausende von Agenten integrieren wollen, die gleichzeitig Probleme für Millionen von Nutzern lösen, werden physische Maschinen zum Flaschenhals. Man kann keine zehn Millionen Mac Minis im Keller haben. Es wird eine Lösung benötigt, die elastisch, sofort verfügbar und vollständig programmierbar ist. Hier kommt Daytona mit seinem Sandbox-Konzept ins Spiel.“
Was sind eigentlich „zusammenstellbare Computer“ (Composable Computers)?
Der Kern der Technologie von Daytona ist nicht nur die „Miete eines virtuellen Servers“. Was Burazin, Goran Draganić und Vedran Jukić entwickelt haben, ist ein völlig neues Paradigma, das sie Composable Computers (zusammenstellbare Computer) nennen.
In einer traditionellen Cloud (wie AWS oder Azure) kann das Hochfahren einer virtuellen Maschine Sekunden oder sogar Minuten dauern. Für einen menschlichen Nutzer ist das akzeptabel. Für einen KI-Agenten, der in Millisekunden operiert, ist das eine Ewigkeit.
Die Sandboxes von Daytona sind optimiert für:
Geschwindigkeit: Start in Bruchteilen einer Sekunde.
Temporarität: Der Agent beendet die Aufgabe, und der Computer schaltet sich sofort ab, ohne Ressourcen zu verbrauchen.
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Forking (Verzweigung): Genau wie Programmierer Code auf GitHub „forken“, kann ein KI-Agent in einer Millisekunde seine gesamte Arbeitsumgebung duplizieren, um zwei verschiedene Lösungen für ein Problem parallel zu testen.
Tiefe Integration: Diese Sandboxes verfügen über ein vorkonfiguriertes Betriebssystem, Speicher, GPU-Unterstützung und Netzwerkzugriff, jedoch in Form eines Software-Primitivs, das die KI über eine API steuert.
Der Weg von Entwicklungsumgebungen zur KI-Infrastruktur
Daytona ist nicht über Nacht als KI-Unternehmen entstanden. Ihr Weg ist ein klassisches Beispiel für einen cleveren Pivot (strategische Neuausrichtung). Ursprünglich konzentrierte sich das Unternehmen auf die Bereitstellung von selbstgehosteten Entwicklungsumgebungen als Alternative zu GitHub Codespaces. Die Idee war, Programmierern standardisierte Umgebungen zu ermöglichen, unabhängig von ihrem Standort.
Die erste Finanzierungsrunde in Höhe von 2 Millionen Dollar zog die Elite der Investoren aus der Welt der Entwickler-Tools an (Gründer von Postman, Honeycomb, Supabase) sowie lokale Tech-Größen wie Damir Sabol (Photomath), Alan Sumina (Nanobit), Tomislav Car und Luka Abrus (Infinum).
Eine zweite Runde von 5 Millionen Dollar konzentrierte sich auf die Entwicklung von Runtime-Umgebungen und GPU-Unterstützung. Der wahre Durchbruch gelang jedoch, als das Team bemerkte, dass ihre Technologie immer weniger von Menschen und immer mehr von anderen Programmen genutzt wurde. Sie erkannten, dass sie den perfekten „Käfig“ (Sandbox) gebaut hatten, in dem KI sicher Code ausführen kann, ohne den Rest des Systems zu gefährden.
Dieser Umschwung brachte unglaubliche Ergebnisse: In nur wenigen Monaten generierte die neue Infrastruktur einen jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von einer Million Dollar. Dies ist ein klares Signal des Marktes, dass der Bedarf an einer solchen Lösung kritisch ist.
Die Investitionen (Ulaganja): Eine Finanzierung, welche die Spielregeln ändert
Die neue Runde von 24 Millionen Dollar, angeführt von FirstMark Capital, katapultiert Daytona an die Spitze des europäischen Startup-Ökosystems. Die Beteiligung von Investoren wie Pace Capital, Upfront Ventures sowie den Investmentarmen von Tech-Giganten wie Datadog und Figma deutet darauf hin, dass die Industrie Daytona bereits als Standard ansieht.
Matt Turck von FirstMark Capital, der im Rahmen dieser Investition dem Vorstand von Daytona beitritt, bringt den Grund für das Investment auf den Punkt: „Wir glauben, dass ein Wechsel von einer menschenzentrierten Cloud-Infrastruktur hin zu einer für Agenten konzipierten Infrastruktur stattfindet. Daytona macht das Paradigma ‚Computer für Agenten‘ von der Theorie zur Praxis.“
Dies ist der entscheidende Satz: Die heutige Cloud (AWS, Google Cloud) ist für Anwendungen konzipiert, die Menschen bedienen. Die Cloud der Zukunft wird für Anwendungen konzipiert sein, die andere Anwendungen bedienen.
Wachstumsstrategie: Split, Zagreb, San Francisco
Daytona plant, die gesicherten Mittel in drei strategische Säulen zu investieren:
Eigene Infrastruktur (Agent Cloud): Obwohl es paradox klingt, dass ein Softwareunternehmen in eigene Server investiert, ist dies für Daytona eine Notwendigkeit. Um Millisekunden-Latenz und spezifische GPU-Konfigurationen für moderne LLMs (Large Language Models) zu gewährleisten, müssen sie die Kontrolle über die Hardware („das Eisen“) haben. Der Aufbau einer eigenen Cloud für Agenten ermöglicht eine Kosteneffizienz, die durch das bloße Reselling bestehender Cloud-Dienste nicht erreicht werden kann.
Teamerweiterung und globale Präsenz: Daytona plant, im Laufe des Jahres 2026 mindestens 25 neue Experten einzustellen, verteilt auf Split, Zagreb und das neue Büro in San Francisco. Diese „Dreiecks-Strategie“ ermöglicht es ihnen, erstklassige Ingenieure aus Kroatien zu halten und gleichzeitig im Zentrum des Geschehens im Silicon Valley präsent zu sein, wo die entscheidenden KI-Standards gesetzt werden.
Edukation und Brand Experience: Burazin betont, wie wichtig es ist, diese neue Kategorie zu verstehen. „Kunden müssen erst begreifen, warum die Cloud, wie sie heute existiert, nicht für Agenten funktioniert.“ Investitionen in die Entwickler-Marke, die Community und die Marktpräsenz werden entscheidend sein, um Daytona als Autorität in diesem Sektor zu etablieren.
Warum ist das wichtig für Kroatien?
Der Erfolg von Daytona ist ein Beweis für die Reife der kroatischen Tech-Szene. Es geht nicht mehr um Outsourcing oder Dienstleistungen. Es geht um die Entwicklung von DeepTech, das fundamentale Probleme der globalen digitalen Infrastruktur löst.
Wenn Gründer wie die von Daytona, die bereits die Höhen und Tiefen der Tech-Industrie durchlebt haben (Burazin war zuvor bei Codeanywhere und Infobip), ein neues Projekt starten, bringen sie unschätzbare Erfahrung mit. Ihre Fähigkeit, in derselben Runde sowohl ausländische Investoren als auch lokale Business Angels zu gewinnen, zeigt ein Vertrauen, das weit über das bloße „Mitreiten auf dem KI-Trend“ hinausgeht.
Vision der Zukunft: „Gib mir eine Million oder zwei!“
Der abschließende Gedanke von Ivan Burazin fasst den Zeitgeist am besten zusammen: „Während ihr euch OpenClaw auf eurem Mac Mini installiert, schaut euer KI-Agent auf Daytona und denkt sich: ‚Gib mir eine Million oder zwei!‘“
Dieser Satz ist zwar humorvoll, verbirgt aber eine tiefe Wahrheit. KI-Agenten werden bald die zahlreichsten Nutzer des Internets sein. Sie werden mehr Rechenleistung, mehr Speicher und mehr Netzwerkverkehr verbrauchen als alle Menschen zusammen. Diese Agenten werden nicht vor Bildschirmen sitzen und warten, bis eine Seite lädt; sie werden im Hintergrund Millionen von Operationen ausführen, um unser Leben zu erleichtern.
Daytona baut die „Wohnungen“ und „Büros“ für diese Agenten. Ohne sie bleibt die KI-Revolution in Laborbedingungen oder auf teuren physischen Einzelgeräten gefangen. Mit Daytona erhält die KI den Raum für grenzenlose Skalierung.
Mit 24 Millionen Dollar auf der Bank, einer klaren Vision und einem Team, das sowohl die Hardware- als auch die Softwareaspekte versteht, ist Daytona bereit, einer der wichtigsten Akteure in der neuen Ära des Computings zu werden. Ihr Übergang von Werkzeugen für Menschen hin zu Infrastruktur für Agenten ist nicht nur ein geschäftlicher Schachzug – es ist die Vorwegnahme einer Zukunft, die bereits begonnen hat.
Kroatien mag ein kleines Land sein, aber in der Welt der KI-Agenten, in der Grenzen mit Lichtgeschwindigkeit verschwimmen, ist Daytona gerade zu einem der größten Besitzer von „digitalen Immobilien“ weltweit geworden. Es folgt ein spannendes Jahr 2026, in dem wir miterleben werden, wie diese Sandboxes zum Fundament einer neuen Weltwirtschaft werden.
Triumph der lokalen Köpfe: Herzlichen Glückwunsch an das Team, das die Welt verändert
Dieser Erfolg von Daytona ist nicht nur ein Triumph der drei Visionäre – Ivan, Goran und Vedran –, sondern auch eine enorme Quelle des Stolzes für die gesamte kroatische Tech-Community. Zu sehen, wie ein Startup, das aus Split (und zwar von unserer Fakultät!) und Zagreb hervorgegangen ist, heute Trends im Herzen des Silicon Valley diktiert und die stärksten globalen Investoren anzieht, ist der unumstößliche Beweis dafür, dass unsere Intelligenz nicht nur mit globalen Innovationen Schritt hält, sondern diese aktiv anfürt. Daytona hat erneut gezeigt, dass aus Kroatien heraus die komplexesten Infrastruktursysteme gebaut werden können, welche die Zukunft des digitalen Zeitalters prägen werden. Wir gratulieren dem gesamten Team zu diesem historischen Meilenstein. Euer Erfolg ist eine Inspiration für neue Generationen von Entwicklern und Unternehmern, und euer Mut, eine ganze Branche neu zu definieren, verdient tiefsten Respekt. Bravo, Daytona – ihr habt gezeigt, dass Grenzen nur dazu da sind, verschoben zu werden!